white|russians
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For Exercise And Amusement (1996)
Slut
Lable: Sticksister Records
Genre: Rock/Pop
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Leider kann ich nicht von mir behaupten, ein Slut-Fan der ersten Stunde zu sein. Erst das aktuelle Album
"Nothing Will Go Wrong" der Ingolstädter drang zu mir durch - und traf genau ins Schwarze...
Nach und nach legte ich mir die restlichen Alben zu und wie fast immer gefiel mir das älteste am besten.
Man hört "For Exercise And Amusement" regelrecht an, dass es in den Kellern der Familien entstand - 2 Jahre
Bandgeschichte, in der die eine Hälfte noch studierte, der Drummer sogar die Schulbank drückte.
Mehr als puren Gitarren-Sound und ein popiges Schlagzeug hat das Album dabei nicht nötig, denn die hauchdünne,
jedoch immer präsente Stimme Christian Neuburgers braucht sich nicht einmal vor der Thom Yorkes (Radiohead) verstecken.
Ähnlich melancholisch geht es demzufolge in dem Album zu. Ist man jedoch drauf und dran, sich in den schwebenden
Klängen zu verlieren, wird man auch schon wieder von der zweiten, emotional entfesselten Stimme herausgerissen.
Vor allem bei "Cloudy Day" kommt diese zum Tragen und verleiht dem Lied Dynamik - erst cleane Gitarren,
ruhiger Gesang und dann plötzlich verzerrt bis zum Anschlag mit einer Stimme, die sich durch Herausbrüllen verzweifelt
Gehör zu verschaffen sucht.
Heraus stach für mich auch der Titel "Ground", der als einziger nicht ohne Samples auskam. Eingeleitet durch
das Fahrgeräusch einer Lokomotive erzeugt er die Atmosphäre eines Western. Hinter den nun folgenden Dissonanzen
(Missklängen) der noch cleanen Gitarre hört man dann das undeutliche Funkgespräch von Kosmonauten, ehe beim nächsten
Vers der eigentliche Text gesungen wird. Dadurch entsteht eine fremde, verstörte Stimmung, die ich ganz einzigartig
finde.
Anders hingegen die Lieder á la "I Know" oder "Rocket". Musikalisch haben sie eine Leichtigkeit, die nur noch
vom Rhythmus durchbrochen wird - die Melodien umfließen einen geradezu, so dass man beinahe den Inhalt vergißt.
Der ist wie angedeutet durch das gesamte Album schwermütig. Meist geht es in den Liedern um verzweifelte Liebe,
das (sich) Aufgeben, Enttäuschung, aber auch Wut auf bestimmte Leute.
Deshalb muss hier auch gesagt werden, dass die Musik nicht für jedermann ist. Oder wie es ein Fan mal komisch,
aber irgendwie passend formulierte: "Man muss die emotionale Intelligenz haben, um die Musik zu verstehn".
Sie meinte also wie auch ich, dass man schon ein Stück weit depressiv sein sollte, um mit dem Album / der Band
etwas anfangen zu können, denn hammerharten Rock wird man hier - zumindest inhaltlich - vergebens suchen.
Um davon mal einen Eindruck zu bekommen, findet ihr anbei die Lyrics des meines Erachtens schmerzlichsten Liedes, "Medea"...
(a)
i found her just in time
always on my side.
she wanted to be mine
but yesterday she died.
SHE DIED!
http://www.slut-music.com
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